New York – Holiday Season

Wer kennt es nicht – zumindest aus dem Fernsehen – New York zur Weihnachtszeit. „Das Wunder von Manhatten“ und „Kevin in New York“ sollten mit die bekanntesten Filme sein.

Doch ist der Big Apple zur Weihnachtszeit tatsächlich so aufregend und was sollte man unbedingt gesehen haben? Hier ein kleiner Erfahrungsbericht.

Wer nach New York zur Holiday Season fahren will fragt sich sicher wann der beste Zeitpunkt dafür ist. Allgemein kann man sagen, dass der ganze Spaß spätestens nach Thanksgiving startet. Überall wird man mit Weihnachtsmusik beschallt, Bleuchtung wo das Auge hinschaut. Weihnachtsliebhaber kommen hier auch schon Ende November voll auf ihre Kosten.

Wo ist am meisten los?

Weihnachten ist überall. In jedem Geschäft laufen Weihnachtshits rauf und runter, an jeder Ecke steht ein Weihnachtsbaum, Beleuchtung schmückt die Straßen.

Drei Eislaufanlagen findet man zur Weihnachtszeit: Am Bryant Park, im Central Park und natürlich am Rockefeller Center. Die Trump’sche Fläche im Central Park ist wohl mit die Bekannteste. Am Rockefeller unter dem berühmten Baum wirkt alles etwas gedrängt und gequetscht. Im Bryant Park dagegen lässt es sich gemütlich sitzen und Leute beobachten. Darum herum findet sich ein kleiner Weihnachtsmarkt, der jedoch mit den deutschen Märkten nicht zu vergleichen ist. Wenn das Wetter es zulässt, unbedingt mit einem Kaffee oder Tee ein Plätzchen am Rand der Eislaufbahn suchen und genießen.

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Viel zu bieten hat auch die 6th Avenue zwischen 48th und 52th Straße. Überdimesionale Lichterketten und Weihnachtskugeln zieren hier das Bild.

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Wer bis hierhin noch nicht genug hat, sollte am Wochenende einen Ausflug nach Dyker Heights machen. Dieser kleine und gepfelgte Stadtteil im Süden von Brooklyn übertrifft alles was man bisher gesehen hat – mit Abstand. Wer typisch amerikanische Weihnachtbeleuchtung, wie man sie aus dem Fernsehen kennt, gesucht hat, wird sie hier finden und geflasht sein. Viele Internetseiten berichten, dass man hauptsächlich ab Mitte Dezember die Weihnachtslichter sieht, dann werden auch geführte Bustouren abgeboten. Doch auch Anfang Dezember ist hier viel geboten. Mit der U-Bahn dauert es eine ganze Weile und man muss noch einen größeren Fußmarsch hinlegen. Warm anziehen wird empfohlen. Aber es lohnt sich. Und wer sich jetzt denkt, er kann sich vorstellen, wie es dort aussieht, dann einfach alles nochmal in seiner Vorstellung verdreifachen. Lichter so weit das Auge reicht, Kitsch pur, Figuren, Weihnachtsmänner, Vorgärten die nicht mehr wiederzuerkennen sind.

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Die meisten Highlights findet man übrigens zwischen der 11. und 13. Avenue und 83. bis 86. Straße.

Wo kann ich den Weihnachtsmann treffen?

Den wohl mit bekanntesten Weihnachtsmann trifft man bei Macys. 2017 wurden Anmeldelisten eingeführt. Man kann sich entweder online oder vor Ort anmelden um eine Audienz beim Weihnachtsmann zu ergattern. Leider gleicht das ganze eher einer (unglaublich amüsanten) Massenabfertigung – okay, hatte ich tatsächlich etwas anderes erwartet? Zunächst wird man nur Macys Santaland geschleust, in einer Schlange mit amerikanischen Eltern/Familien, die ihre Kinder zum Teil in Kinderwägen zu Santa schleppen. Santaland ist eine kleine und unfassbar kitschige weihnachtliche Landschaft mit Lebkuchenhaus, Rentieren und Weihnachtsbäumen.

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Hat man es hierdurch geschafft, wird man von einem Weihnachtselfen in Empfang genommen und einem Separé zugewiesen, wo der Weihnachtsmann wartet. Es läuft leider nicht wie in den bekannten Weihnachtsfilmen, wo ein Santa auf alle Kinder wartet, hier sitzen sicher mindestens zehn verkleidete Herren, was allerdings nicht genau erkennbar ist, da jeder in seinem eigenen Zimmerchen sitzt und die Wünsche der Kinder entgegen nimmt. Natürlich wird ein professionelles Foto gemacht, dass man im Anschluss gegen Geld erwerben kann. Das Foto ist muss, aber man kann auch den Elfen seine eigene Kamera in die Hand drücken.

Ob man den Weihnachtsmann tatsächlich treffen muss, sei dahin gestellt. Es dauert keine halbe Stunde und dafür sieht man viele stolze Eltern und verrückte Familien.  Irgendwie macht es Spaß, einfach weil man selbst die Sache nicht ganz so ernst nimmt.

Ansonsten findet man den Weihnachtsmann auch an anderen Orten, z. B. konnte man sich auch bei den Rockettes (siehe unten) mit Santa fotografieren lassen, allerdings weniger spektakulär aufgezogen.

Was lohnt sich noch?

Die Radio City Music Rockettes – Christmas Spectacular: Tolle Show, Dauer ca. 90 Minuten. Wer noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, ist es spätestens danach. Vorsicht Kitschgefahr.

Saks Fifth Avenue Light Show: Unglaublich kitschige Lichtshow an der Fassade des Geschäfts gegenüber des Rockefeller Centers.

New York Public Library: Die Engangshalle ist schön geschmückt und natürlich mit einem Christbaum ausgestattet. Bei der Gelegenheit auch unbedingt den Lesesaal im obersten Stock mit prunkvoller Denke bestaunen.

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Und natürlich: Der Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center – Menschenmassen garantiert.

Weihnachtsmarkt am Union Square: Dieser Weihnachtsmarkt ist vergleichbarer mit deutschen Märkten als der am Bryant Park. Viele regionale Verkäufer wollen hier ihre Ware an den Mann bringen. Viel Kunst und Handwerk, deutlich weniger Ramsch als in Deutschland aber die obligatorische Bratwurst oder Glühwein sucht man hier vergebens. Das Gedränge ist das gleiche wie in Deutschland. Kann man auf jeden Fall durchschlendern.

Fazit: Ja, New York zur Weihnachtszeit lohnt sich auf alle Fälle. Mir persönlich hat er dort besser gefallen als im Frühjahr, jedoch war der Wettergott mir zu dieser Zeit auch wohlgesonnen. Wer auf typisch amerikanischen Kitsch steht, Weihnachten liebt oder in Weihnachtsstimmung kommen möchte, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Und das ein oder andere Weihnachtsgeschenk lässt sich sicher auch erstehen.

HAPPY HOLIDAYS!

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